Außenstelle Freiburg

 

Fotojahresrückblick 2015

Januar

Am 1. Februar 2015 konnten die Freiburger darüber abstimmen, ob die Stadt den SC Freiburg beim Bau eines neuen Stadions im Wolfswinkel am Flugplatz auch finanziell unterstützen soll. Beim fünften Bürgerentscheid in der Stadtgeschichte waren rund 168 000 Menschen in Freiburg wahlberechtigt, darunter erstmals auch Jugendliche ab 16 Jahren.

Der Aktionstag „Stadionneubau“ war für Schülerinnen und Schüler daher eine gute Gelegenheit, sich mit der Stadiondebatte auseinanderzusetzen. Pro- und Contra-Argumente wurden einander gegenübergestellt, sodass sich alle Teilnehmenden eine eigene Meinung bilden konnten. Dazu nahmen die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Rollen mit ebenso unterschiedlichen Positionen ein und vertraten diese in der Runde. Nach der Diskussion stimmten die Schüler dann, wie im Gemeinderat, per Handzeichen ab.

Februar

Im Rahmen des Backstageprogramms „Musik kennt keine Grenzen...“ fuhren die Schülerinnen und Schüler des Wildermuth Gymnasiums Tübingen nach Pforzheim und nach Stuttgart, um das DDR-Museum sowie den SWR Baden-Württemberg zu besuchen. Das DDR-Museum leistet einen Beitrag „Gegen das Vergessen“ und beleuchtet mit seinen zahlreichen Objekten und Dokumenten das Alltagsleben genauso wie den Herrschaftsapparat der Sozialistischen Einheitspartei (SED). Die Einschränkungen besonders im medialen Bereich, mit welchen die Menschen in der DDR leben mussten, wurden den Schülerinnen und Schülern von Fachleuten des SWR erklärt.

März

Im März organisierte die LpB Freiburg in der Wiesentalhalle die „Spielwiese Europa“ und brachte den Schülerinnen und Schülern auf spielerische Art und Weise das Thema Europäische Union und Europa näher. Die Grundschulkinder freuten sich über den etwas anderen Schultag und lösten die Aufgaben, wie zum Beispiel die Flaggen der EU-Staaten zuzuordnen oder das Länderpuzzle zu vervollständigen, mit Bravur. Außerdem mussten die Kinder auch sportlich aktiv werden, um manche Lösungen zu finden.

April

Das viertägige Backstageprogramm „Grenzen (der Angst) überwinden“ führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Leipzig und Berlin. Dort erfuhren sie, wie die Bürger in der ehemaligen DDR lebten und sie erhielten eine Antwort auf die Frage: Wie kam es dazu, dass Menschen ihre Angst überwinden konnten, demonstrieren gingen, die Freiheit siegen konnte und die Wiedervereinigung möglich wurde?

Dazu sprachen die Schülerinnen und Schüler mit Bundestagsabgeordneten und ehemaligen DDR-Bürgerrechtlern. Außerdem wurden vor Ort zum Beispiel die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und die Gebäude des Ministeriums für Staatssicherheit besucht.

Mai

Im Mai fand eine Stadtrallye zum Zweiten Weltkrieg mit einer eigens entwickelten Tablet-App statt. Die sogenannte TabApp-Rallye verbindet historisch-politische Bildung mit dem heutigen Mediennutzungsverhalten der Schülerinnen und Schüler.

Die Verbindung aus moderner Technik und Geschichte kam bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr gut an und motivierte sie zusätzlich, die historischen Orte in Freiburg zu erkunden.

Der neue Präsident des baden-württembergischen Landtags, Wilfried Klenk, und Kuratoriumsvorsitzender Christoph Bayer besuchten die Außenstelle Freiburg der Landeszentrale für politische Bildung. „Politische Bildung ist von entscheidender Bedeutung, um mangelhaften Grundkenntnissen über die Politik begegnen zu können“, erklärte Klenk. Seit Mai 2013 gehört die Landeszentrale in den Verwaltungsbereich des Landtags.

Juni

Dass die Flüchtlingsdebatte sehr kontrovers diskutiert werden kann, zeigte eine Veranstaltung des diesjährigen Colloquium politicum. Bilkay Öney, die erste Ministerin für Integration des Landes, war in der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg zu Gast. Viele Kritiker ihrer Politik waren anwesend und bezeichneten die Integrationspolitik der Landesregierung beispielsweise als "Armutszeugnis". Die Integrationsministerin betonte, dass die Flüchtlingskrise für Baden-Württemberg eine sehr große Herausforderung ist.

Das Backstageprogramm „Von den Grenzen der Nationalstaaten zu den Grenzen Europas“ führte die Teilnehmerklasse dieses Jahr ins Europäische Parlament nach Straßburg. Das Parlament von innen zu sehen, war für die Schüler eine tolle neue Erfahrung. Sie erhielten eine Vorstellung davon, wie Richtlinien und Verordnungen entstehen und wie Politik auf europäischer Ebene funktioniert.

Juli

Beim Planspiel „Festung Europa“ schlüpften
die Schülerinnen und Schüler in die Rollen
der Staats- und Regierungschefs der
einzelnen EU-Staaten. Die umstrittene
Flüchtlings- und Asylpolitik der Europäischen
Union regte zu lebendigen Diskussionen an.

Jeder Vertreter seines jeweiligen
Mitgliedstaates verfolgte ganz unterschiedliche
Interessen, was somit die Lösung des gemeinsamen Problems erschwerte.

August

Im August diesen Jahres führte eine abenteuerliche Studienreise der LpB durch Länder wie Rumänien, die Türkei und den Iran. Der Iran war hierbei für die Reisegruppe eine besondere Erfahrung, denn die Gastfreundschaft und Weltoffenheit der einheimischen Bevölkerung überraschte die Jugendlichen:
„Die Menschen dort möchten ein Zeichen Richtung Europa senden. Sie wollen, dass wir den Iran positiv in Erinnerung behalten“, erklärt eine Teilnehmerin gegenüber der Freiburger Zeitung „Der Sonntag“.

Beim alljährlichen Grillfest in der Bertoldstraße 55 trafen sich Teamer, Multiplikatoren, Spielwiesler, freie Mitarbeitende und Praktikanten der Außenstelle Freiburg. Sie nutzten die Gelegenheit, um die Veranstaltungen des letzten Jahres zu reflektieren, sich über gesammelte Erfahrungen auszutauschen und um neue Denkanstöße zu besprechen.

September

Im September wurde wieder das Programm für das Schuljahr 2015/16 gestaltet. In der berüchtigten Kaffeepause wurde die Idee geboren, ein Filmplakat im Stile von Moby Dick mit den Spitzenkandidaten für die Landtagswahl als Protagonisten zu entwerfen. Nach vielen Überlegungen, großem Aufwand und Dank den herausragenden Fähigkeiten eines unserer Praktikanten entstand daraufhin das links abgebildete Plakat, welches das Deckblatt des Programms ziert. Dieses wurde nach Veröffentlichung sehr kontrovers diskutiert und machte in den großen Printmedien die Runde, darunter auch in der BILD und in der Stuttgarter Zeitung.

Oktober

Die Bildungsreise nach Griechenland unter dem Titel “Griechenland  und die Europäische Union” war ein voller Erfolg. Highlights stellten die Besuche im griechischen Parlament und bei der EU-Kommission dar. Des Weiteren besuchten die Teilnehmenden das Flüchtlingshilfswerk UNHCR sowie die antiken Kultstätten Mykene und Epidaurus.

Im Rahmen unseres Programms “Erzählstunde – Zwei auf einen Streich“ hatten wir im Oktober 2015 die Ehre, Christian Streich (amtierender Trainer des SC Freiburg) und Volker Finke (damals Trainer der Nationalmannschaft Kameruns) bei uns in der LpB persönlich kennenzulernen. Den anwesenden Schülerinnen und Schülern standen sie Rede und Antwort und sprachen über brisante aktuelle Themen wie die Flüchtlingsproblematik, regionale Identitäten sowie die soziale Verantwortung des Fußballs und dessen Analogien zur Politik. Es war uns sehr wichtig, nicht die Trainer, sondern die Menschen Christian Streich und Volker Finke kennenzulernen.

November

Bereits im November konnte die Außenstelle Freiburg erste Bildungsangebote für Flüchtlinge in der Erstaufnahmestelle durchführen. Kurzvorträge in Englisch beschäftigten sich mit dem politischen System Deutschlands und Baden-Württembergs. Trotz der gegebenen sprachlichen Barrieren konnten viele der Zuhörer dem Vortrag folgen und schienen sehr interessiert an der vorgestellten Thematik.

Oft steht Landespolitik im Schatten der Ereignisse und Personen in Berlin oder Brüssel. Dabei verspricht die Landtagswahl 2016 in Baden-Württemberg so spannend wie noch nie zu werden. Bleibt es bei Grün-Rot oder kommt es zum Machtwechsel nach dem Machtwechsel? Unter anderem darüber sprachen die Spitzenkandidaten Guido Wolf (CDU) und Nils Schmid (SPD), die im Rahmen des Colloqium politicum an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg zu Gast waren.

Dezember

In der Adventszeit zierte ein Weihnachtsbaum das Foyer der LpB. Dieser sollte einem Thema gewidmet sein, welches das Jahr 2015 in politischer Hinsicht besonders prägte: die Flüchtlingsthematik.

Wir wollten die besinnliche Vorweihnachtszeit dazu nutzen, um mit wichtigen Symbolen zu diesem Thema zum Nachdenken anzuregen. Der sogenannte LpB-Refutree schmückte sich mit Stacheldrähten, Kampfjets und politischen Persönlichkeiten wie Wladimir Putin oder Angela Merkel.

Am 10. Dezember hielt Christoph Bayer, Vorsitzender des Kuratoriums der LpB und Mitglied des baden-württembergischen Landtags, seine Abschiedsrede: Er wird zum Ende dieser Legislaturperiode aus dem Parlament ausscheiden und sein Amt damit auch nicht mehr ausüben können.
Neben dem ehemaligen Direktor der LpB, Dr. h.c. Siegfried Schiele sowie dem amtierenden Direktor Lothar Frick sprachen ehemalige Kollegen Christoph Bayers über Vergangenheit und Zukunft der politischen Bildung und würdigten seine Leistungen.

Nach oben