Presse
Jahr 2012
21.03.2012
Auf der Spielwiese
Die Spielwiese Baden-Württemberg in Unterlauchingen
20.03.2012
Kinder helfen Greif und Hirsch
Die Spielwiese Baden-Württemberg in Vöhringen
17.03.2012
Auf der Spielwiese Baden-Württemberg kennengelernt
Die Spielwiese Baden-Württemberg in Lahr
10.03.2012
Das Ländle in der Turnhalle
10.03.2012
Wie kann man Wohnungen sozial sanieren?
Diskussion mit Landtagsabgeordneten zur Wohnungspolitik
09.03.2012
Wenn der Unterricht zum Erlebnis wird
Die Spielwiese 2.0 in Donaueschingen.
09.03.2012
Mieterinteressen treffen auf Politiker
Bericht in TV Südbaden.
06.03.2012
Zehntklässler blicken hinter die Kulissen im Europäischen Parlament
Backstage in Straßbourg.
04.03.2012
Wie die Politik günstigen Wohnraum schaffen möchte.
Offene Seminarreihe über "Mieterinteressen und soziale Gerechtigkeit"
02.03.2012
Die Spielwiese 2.0 in Bad Säckingen
Schüler lernen das Ländle kennen.
01.03.2012
Die Spielwiese 2.0 in Breisach-Gündlingen
Schüler lernen Baden-Württemberg spielerisch kennen.
22.02.2012
Die Spielwiese in TV Südbaden
17.02.2012
Echo-fm 88,4, das Radio der Universität Freiburg befragte Michael Wehner zum Thema "Demonstrationen"
Was nutzen Demos?
08.02.2012;
Das Ländle bietet mehr als nur Fasnet
24.01.2012
Die Spielwiese 2.0 in Freiburg
In einem Satz über den Schwarzwald
11.01.2012
Echo-fm 88,4, das Uni-Radio befragte Michael Wehner zur Rolle des Bundespräsidenten in Deutschland
Der erste Mann im Staat
Jahr 2011
31.03.2011
Schüler berichten über das Planspiel Streik am Gymnasium Schönau
30.03.2011
Von der Wahlkampfzentrale bis zur Elefantenrunde
Schüler des Wirtschaftsgymnasiums erleben den Wahlkampf hautnah auf Einladung der Landeszentrale für politische Bildung.
24.03.2011
Kurzweiliges Pub-Quiz um die Wahl
Landeszentrale für politische Bildung organisierte in der Rocca statt. Stammtischpolitik ein Polit-Quiz rund um die Landtagswahl.
25.02.2011
In einem Satz über den Schwarzwald
Beim Aktionstag der Landeszentrale für politische Bildung haben St. Georgener Grundschüler Landeskunde handgreiflich erfahren.
23.02.2011
Baden FM befragte Michael Wehner von der Außenstelle zur Plagiatsaffäre Guttenberg.
Teil 1
Teil 2
22.02.2011
Der Landesvater isst wohl gerne gut
Kindgerechte Einführung in die Landeskunde: Was macht eigentlich Ministerpräsident Stefan Mappus den ganzen Tag?
19.02.2011
Unterwegs im Ländle
Drittklässler der Abt-Steyrer-Schule St. Peter beteiligten sich am Projekt "Spielwiese".
03.02.2011
Und in der Schweiz, da schneit's
Mit einprägsamen Sprüchen wird den Kindern auf der Spielwiese Baden-Württemberg Wissenswertes rund um das Land beigebracht.
22.01.2011
Spielerisch das Land entdeckt
Furtwangen. Hat Baden-Württemberg die Form eines Schnitzels? Besonderheiten des Bundeslandes erfuhren 19 Schülerinnen und Schüler der Klasse 3a der Anne-Frank-Grundschule.
Jahr 2010
04.10.10
Kuriose Aktion bei McDonald's: Von Bürgern und Burgern
Kuriose Aktion der Landeszentrale für politische Bildung zur deutschen Einheit bringt Gäste einer McDonald’s-Filiale durcheinander.
24.09.10
Bildungsüberfall im McDonald's-Restaurant
In einer Freiburger Fast-Food-Filiale wird am Tag der Deutschen Einheit an den DDR-Unrechtsstaat erinnert
15.06.10
Finger am Abzug
Der Praxistest: Lehrer spielen Killerspiele
Wie fühlt sich an, virtuell zu töten? Was fasziniert Jugendliche an Ballerspielen? Pädagogen haben es bei einer Fortbildung in Freiburg ausprobiert – damit sie mitreden können.
01.06.10
S-Bahn-Gespräche über das Grundgesetz
Die Landeszentrale für politische Bildung sprach mit BSB-Fahrgästen über das Grundgesetz.
Jahr 2012
Auf der Spielwiese
Badische Zeitung, 17. März 2012
LAHR (BZ). "Spielwiese Baden-Württemberg" – unter diesem Motto fand an der Schutterlindenbergschule ein politischer Aktionstag statt. Auf spielerische Weise hat die Landeszentrale für politische Bildung den Schülern und Schülerinnen der Klasse 4 d und ihrer Klassenlehrerin Sibylle Molle die Besonderheiten des Bundeslandes näher gebracht. In der Sporthalle der Schule hatte das Team der Landeszentrale mit einfachen Mitteln wie Kasten, Barren, Matten und Bändern einen plastischen Grundriss von Baden-Württemberg aufgebaut. Der weiteren Erkundung legten sie die Geschichte vom "Hirsch und dem Greif" zugrunde, die eines morgens aufwachten und sich an nichts mehr erinnern konnten. In ihrer Not wandten sich die beiden an die Schüler, um mit deren Unterstützung ihrem Gedächtnis wieder auf die Sprünge zu kommen. Im Laufe des Vormittags konnten die Grundschüler dann in kleinen Gruppen wichtige Städte, Flüsse und Gebirge "erlaufen" und auch ein "Bad" im noch recht frischen Bodensee nehmen. Die Kinder erfuhren auch, welche Parteien es im Landtag gibt und wer Ministerpräsident ist.
Kinder helfen Greif und Hirsch
Südkurier, 21. März 2012
Von: Ursula Freudig
Unser Bundesland spannend aufzupäppeln, damit Kinder Spaß daran haben, es zu erkunden, ist nach Saskia Tröndle Ziel des Aktionstags „Spielwiese Baden-Württemberg“. Initiiert hat ihn die Außenstelle Freiburg der Landeszentrale für politische Bildung. Dieses Schuljahr geht der Aktionstag in die zweite Runde.
30 Dritt- und Viertklässlerklassen von Grundschulen aus dem gesamten Regierungsbezirk Freiburg sind wieder mit dabei. Erfolgreich beworben hat sich auch Susanne Schänzle, Lehrerin an der Unterlauchringer Grundschule. Zu Beginn der Woche war es soweit: Saskia Tröndle, Simon Gmeiner und Susanne Hilpert von der Landeszentrale machten mit ihrer Klasse einen Vormittag lang aus der Unterlauchringer Turnhalle eine „Spielwiese Baden-Württemberg“.
Eingebettet ist die Landeskunde in die Geschichte von Greif und Hirsch: Beide haben über Nacht ihr Gedächtnis verloren und wissen nicht mehr, wer sie sind und wo ihr Zuhause ist. Per Videobotschaft bitten sie die Kinder um Hilfe. Das ließen sich auch die Unterlauchringer Viertklässler nicht zwei Mal sagen. Mit viel Energie gingen sie unter Anleitung der drei Projektbetreuer zu Werk, um den beiden auf die Sprünge zu helfen. Sie fanden heraus, dass Greif und Hirsch im Wappen Baden-Württembergs zu finden sind und gingen in Folge auf Entdeckungsreise durchs Land. Mit einem Puzzle, einem Quiz und vielen anderen spielerischen Mitteln lernten sie Baden Württemberg kennen. Durch die Turnhalle schlängelten sich die wichtigsten Flüsse (blaue Folienstreifen), Sprungkasten markierten Höhenzüge und Schilder die großen Städte, so dass die Kinder eine Vorstellung von den geografischen Gegebenheiten bekamen.
Mit der Grundfrage: „Wer bestimmt in Baden- Württemberg?“, wurde es politisch. „Sie lernen politische Grundbegriffe und wichtige Namen kennen, zum Beispiel den des Ministerpräsidenten“, erläutert Susanne Hilpert. Sinn und Bedeutung von Wahlen und Parteien, aber auch der berühmte Schwarzwälder Schinken und Persönlichkeiten wie Karl Benz und Margarete Steiff lernten die Kinder kennen. Am Schluss bedankten sich Greif und Hirsch „persönlich“ bei den Viertklässlern für die vielen Gedächtnishilfen.
Auf der Spielwiese Baden-Württemberg kennengelernt
Schwarzwälderbote, 20. März 2012
Von Marzell Steinmetz
Vöhringen. Die Grundschüler der Klasse 3a haben gestern viel über Baden-Württemberg gelernt, und das hat sogar großen Spaß gemacht. Es war auch ein nicht alltäglicher Unterricht: Gestern fand in der Vöhringer Turnhalle der Aktionstag der Landeszentrale für politische Bildung, "Spielwiese Baden-Württemberg" statt.
30 Klassen im Regierungsbezirk Freiburg kommen in den Genuss dieses Angebots. Stefanie Frank, Lehrerin der Vöhringer Mühlbachschule, hatte sich beworben und das Glück gehabt, dass ihre Klasse ausgewählt wurde.
Hintergrund der Aktion ist der 60. Geburtstag Baden-Württembergs. Aus diesem Anlass soll Kindern das Land mit seiner Geografie, seinen kulturellen Eigenheiten und seinem politischen Aufbau näher gebracht werden.
So erfuhren die Vöhringer Grundschüler beispielsweise, wer der Ministerpräsident ist, warum er "Chef von Baden-Württemberg" sein darf oder welche Funktion der Landtag hat. Das wurde vom Team der Landeszentrale mit Susanne Hilpert, Saskia Tröndle und Simon Gmeiner spielerisch vermittelt.
Der Vormittag auf der "Spielwiese" hatte auch einen roten Faden. Per Videobotschaft nehmen ein Greif und ein Hirsch Kontakt mit den Grundschülern auf und stellen Fragen. Nach dem kleinen Film gab es für die Drittklässler zunächst die Karte von Baden-Württemberg als Puzzle.
Im Laufe des Vormittags "erliefen" sie auf der auf dem Turnhallenboden ausgelegten Karte die wichtigsten Städte – Vöhringen war natürlich auch dabei – Flüsse und Gebirgslandschaften des Landes. Ein Kasten stellte den Schwarzwald dar, den die Kinder besteigen durften, um dann mutig herunterzuspringen. In "Stuttgart" fanden die Schüler einen Umschlag mit verschiedenen Fotos unter anderem von baden-württembergischen Persönlichkeiten, vom Feldberg oder Bodensee. Die Bilder wurden anschließend in kleinen Gruppen besprochen.
Am Schluss erhielten die Schüler den vom Greif und Hirsch versprochenen "Schatz": ein großes Baden-Württemberg-Puzzle mit Süßigkeiten.
Das Ländle in der Turnhalle
Badische Zeitung, 10. März 2012
Man nehme Barren und Tuch – fertig ist die Schwäbische Alb. Die Landeszentrale für politische Bildung baute am Donnerstag einen Parcours in der Turnhalle der Eichendorffschule auf, der die Landkarte Baden-Württembergs darstellte: Heimatkunde, die den Schülern offenkundig Spaß machte.
Wie kann man Wohnungen sozial sanieren?
Badische Zeitung, 10. März 2012
Diskussion mit Landtagsabgeordneten zur Wohnungspolitik.
Von: Thomas Goebel
"Wohnen ist in Freiburg ein emotionales Thema": Der Satz, den die Freiburger SPD-Landtagsabgeordnete Gabi Rolland bei der Diskussion der Landeszentrale für politische Bildung (LPB) sagte, bezog sich nicht nur auf die Debatten um den geplanten Verkauf der Stadtbau-Wohnungen vor fünfeinhalb Jahren. Auch heute bietet das Thema reichlich Diskussionsbedarf – wie das Seminar zeigte, an dem neben Rolland auch die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Edith Sitzmann, und Ralf Klausmann, der Geschäftsführer der Freiburger Stadtbau, teilnahmen.
Was kann die Landespolitik gegen hohe Mieten tun? Wie lassen sich ökologisch sinnvolle Sanierungen sozial für die Mieter gestalten? Was macht die neue Landesregierung anders? Werner Siebler vom Mieterbeirat der Stadtbau hatte auf den vorangegangenen Seminarsitzungen viele Fragen gesammelt und trug sie nun den beiden Abgeordneten vor.
Edith Sitzmann betonte, dass die neue Regierung mehr Geld in die Wohnbauförderung stecke – und den Schwerpunkt auf Mietwohnungen verschoben habe: In diese fließen nun 80 Prozent der Förderung, Wohneigentum wird nur noch mit 20 Prozent der Mittel gefördert. Hinzu kämen 4,5 Millionen Euro für Studentenwohnheime – das entlaste vor allem die Uni-Städte. Außerdem plant die Regierung eine Änderung der Landesbauordnung, berichtete Sitzmann. So muss bisher pro neuer Wohnung ein neuer Autostellplatz gebaut werden: "Das ist teuer – und geht zum Teil an den Bedürfnissen vorbei". Künftig soll die Stadt selbst entscheiden, ob diese Vorgabe nötig ist.
Rolland berichtete von weiteren Änderungen, die geprüft würden: ein Verbot von Zweckentfremdungen sowie der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen. Sie kritisierte, dass der Mietspiegel Wohnungen nicht berücksichtige, bei denen sich die Miete viele Jahre nicht verändert hat. Dem widersprach Stadtbau-Geschäftsführer Klausmann: Der Mietspiegel bilde die Realität ab. "Wir müssen auch die Möglichkeit haben, Wohnungen zu modernisieren – und wenn die Mittel nicht direkt von der Stadt kommen, muss die Stadtbau sie erwirtschaften." Trotzdem gehöre das städtische Tochterunternehmen mit einer Durchschnittsmiete von 5,50 pro Quadratmeter zu den günstigsten Anbietern in Freiburg.
"Energetische Sanierungen sind sicher sinnvoll – aber viele Mieter haben Angst davor, weil am Ende eine Mieterhöhung steht", gab Mieterbeirat Siebler zu bedenken. Auch für die Vermieter müsse es Anreize geben, damit sie Geld in Sanierungen steckten, sagte Sitzmann, oft profitierten die Mieter ebenfalls durch deutlich niedrigere Nebenkosten. Das reiche nicht aus, hielten ihr einige Seminarteilnehmer entgegen und forderten, die Belastungen für Mieter mit wenig Geld durch öffentliche Mittel abzumildern.
CDU und FDP, die keine Landtagsabgeordneten für Freiburg mehr stellen, hätten ihre Teilnahme an der Diskussion übrigens aus Termingründen abgesagt, teilte Michael Wehner von der LPB mit. Sie stünden bei der abschließenden Fahrt des Seminars in den Stuttgarter Landtag für Gespräche zur Verfügung.
Wenn der Unterricht zum Erlebnis wird
Schwarzwälderbote, 09. März 2012
Von Florian Hahnel
Donaueschingen. Losglück für Donaueschingen und die 4c der Eichendorffschule: Unterricht der anderen Art, den ganzen Vormittag über, auch noch in der Sporthalle – na, bitteschön!
Die Landeszentrale für Politische Bildung (LpB) brachte den Schülern gestern die Heimat auf spielerische Weise näher, in der Halle durfte zwischendurch gewuselt werden.
Zunächst klassische Sachkunde, dann peu à peu Überleitung zur kindgerecht dargestellten Verwaltung und Politik – kein Eleve vermisste seinen Klassenzimmer-Stuhl, Baden-Württemberg-Karten etwa waren großformatig auf den Boden gelegt.
Welche Berge gibt es in unserem Bundesland? Wenn das der Schwarzwald, also ein Mittelgebirge, ist, wie heißt dieser Höhenzug nicht weit davon entfernt? In dieser Art ging´s zunächst voran, Fachlehrerin Annette Knöpfle wollte die bereits zu Hause vermittelte "vernehmbare Grundbildung" der Kinder nicht unerwähnt lassen.
Als Klassenlehrer der 4c knipste Sebastian Siebrecht kräftig mit seinem Handy und musste dabei immer wieder Donau, Neckar und Rhein im Blick haben. Die Flüsse waren mit dünnen Folienbahnen stilisiert und schlängelten sich über den Boden der Sporthalle – deren Uferverlauf jedoch musste sich im Mit- und eben auch einmal Durcheinander einfach verschieben; es ging fast nicht anders.
Politische Grundbildung bereits in der vierten Klasse? "Von der Bundeskanzlerin Angela Merkel haben die meisten Kinder schon etwas gehört. Wer Winfried Kretschmann ist, wissen nur wenige", konstatiert das LpB-Trio Saskia Tröndle, Susanne Hilpert und Simon Gmeiner, welches sein "Spielmobil" nur gestern in Donaueschingen parkte und im kommenden Jahr unter Finanzierungsvorbehalt steht.
Mieterinteressen treffen auf Politiker
TV Südbaden, 09. März 2012
FREIBURG Hochrangige Landespolitiker stellten sich den Fragen einiger Freiburger Mieter
Beim Seminar „Mieterinteressen und soziale Gerechtigkeit“ der Landeszentrale für politische Bildung stellten sich heute wieder hochrangige Landespolitiker den Fragen einiger Freiburger Mieter. Mit dabei: Gabi Rolland von der SPD, Edith Sitzmann von den Grünen und Ralf Klausmann, Geschäftsführer der Freiburger Stadtbau. Dabei ging es um den knappen Freiburger Wohnraum, die hohen Mieten und wie die Politik darauf Einfluss nehmen kann.
Zehntklässer blicken hinter die Kulissen im Europäischen Parlament
Schwarzwälder Bote, 06. März 2012
Baiersbronn. Die Klasse 10b des Richard-von-Weizsäcker-Gymnasiums wurde als Teilnehmer einer der "backstage"-Touren der Landeszentrale für politische Bildung ausgewählt. Und dann erlebten die Jugendlichen und Lehrer Felix Tebbe bei ihrem Blick hinter die Kulissen des Europäischen Parlaments in Straßburg auch eine spannende Debatte. In Begleitung von Michael Wehner, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung in Freiburg, bekamen die Schüler Einblicke in Politik und Journalismus. Schwer beeindruckt waren viele von dem Gespräch mit der EU-Abgeordneten Evelyn Gebhardt. Kaum weniger aufschlussreich waren die Ausführungen der Journalistin Bärbel Nückels. Impulse zur politischen Eigeninitiative bekamen die Schüler von Markus Breitweg, einem Studenten, der über die Ziele und Aktivitäten der "Jungen Europäischen Föderalisten" berichtete. Geweckt und vertieft wurde das politische Interesse der Schüler durch einen EU-Workshop am Vortag: Ebenso engagiert wie routiniert verstanden es dabei Julian Schaerdel (rechts hinten) und Eva Schneider (links hinten) lebendig an die Grundlagen der EU heranzuführen und Einblicke in aktuelle Problemstellungen zu vermitteln.
Wie die Politik günstigen Wohnraum schaffen möchte
Badische Zeitung, 03. März 2012
Ein Seminar der Landeszentrale für politische Bildung diskutiert über Möglichkeiten der Wohnungspolitik.
Von: Thomas Goebel
Wohnungen sind knapp in Freiburg und die Mieten hoch. Was kann die Politik in Stadt und Land dagegen tun – und was nicht? Damit beschäftigt sich eine Seminarreihe der Landeszentrale für politische Bildung; gestern Nachmittag versuchten zuständige Verwaltungsmitarbeiter, darauf Antworten zu geben.
"Wohnraumförderung ist nicht alles – aber sie ist wichtig", sagt Eckart Meyberger. Er ist seit 2003 Leiter des Referats Wohnungswesen im Stuttgarter Wirtschaftsministerium. Die neue Landesregierung habe die Fördermittel für selbst genutztes Wohneigentum und den Bau von Mietwohnungen von 48,5 auf 68,1 Millionen Euro erhöht, darunter Geld aus der erhöhten Grunderwerbssteuer. Außerdem sei der Schwerpunkt in Richtung Neubau und Sanierung von Mietwohnraum verschoben worden.
Nach Freiburg floss in diesem Bereich ein Großteil aller Landesmittel – 2009 waren es über 40 Prozent. Das liege auch daran, dass in Freiburg immer noch relativ viele baureife Grundstücke für Mehrfamilienbauten zu Verfügung stünden – im Unterschied etwa zum ähnlich teuren Stuttgart, sagt Meyberger. Deshalb sei auch das öffentliche Baurecht ein wichtiges Instrument. So habe Stuttgart eine Wohnraumquote von 20 Prozent für alle neuen Bebauungsgebiete beschlossen – die in der Praxis aber auch zu Problemen führen könne, so Meyberger.
Die Miete in geförderten Neubauten liegt in der Regel drei Euro unter der ortsüblichen Vergleichsmiete. Hinzu kommen Wohnungen, die durch die Stadt gefördert werden, etwa durch Ermäßigungen beim Kauf von Grundstücken, erläuterte Gudrun Fehrenbach vom Freiburger Amt für Wohnraumversorgung, dort kann die Stadt über die Mieter mitentscheiden.
Gut 13 000 solcher gebundenen oder vom Land geförderten Wohnungen gibt es in Freiburg; 8000 davon gehören der Stadtbau. Mieter, die sie beziehen, brauchen einen Wohnberechtigungsschein. Um in die Kartei für das Belegrecht der Stadt zu kommen, muss man außerdem zwei Jahre in Freiburg wohnen und sich in einer nicht selbst verursachten Wohnnotlage befinden.
Der Bedarf sei weit größer als das Angebot, bemerkten die Teilnehmer des Seminars – ein Befund, den Fehrenbach für Ein-Personen-Haushalte und Wohnungen für große Familien bestätigte: Dort dauerten die Wartezeiten teilweise über ein Jahr. Die Stadt versuche, besonderen Notlagen mit einem Punktesystem gerecht zu werden. Besser sei Angebot bei Wohnungen für zwei bis drei Personen.
Das Förderprogramm "Soziale Stadt" stellte Manfred Meßmer aus dem Freiburger Sozialdezernat vor. Damit sei es etwa gelungen, bei Sanierungen in Alt-Haslach und Weingarten-West die Mietsteigerungen deutlich zu begrenzen. Ein weiterer, von den Seminarteilnehmern angesprochener Punkt war das Problem, Eigentümer wie etwa der Gagfah dazu zu bringen, ihre Wohnungen instand zu halten. Hier werde ein Wohnungsaufsichtsgesetz diskutiert, das es in anderen Bundesländern bereits gebe, so Meyberger.
Am Freitag, den 9. März wird das Seminar fortgesetzt, am 14. März folgt eine Fahrt zum Landtag.
Schüler lernen das Ländle kennen
Südkurier, 02. März 2012
Bad Säckingen. Spielwiese Baden-Württemberg einen Nachmittag zu Gast an Hindenburgschule
Wo leben wir eigentlich? Antworten auf diese Frage bekamen die Kinder der Klasse 3a der Hindenburgschule gestern. Da war nämlich die Spielwiese Baden-Württemberg bei ihnen zu Besuch.
Saskia Tröndle und ihre Kollegen arbeiten bei der Landeszentrale für politische Bildung in Stuttgart und sind mit der Spielwiese Baden-Württemberg im ganzen Land unterwegs, um Kindern der dritten und vierten Klasse ihr Bundesland näher zu bringen. Und wie der Name Spielwiese schon verrät, soll das natürlich spielerisch geschehen, denn so lernen die Kinder lieber und merken sich das Gelernte besser. Elisabeth Eggert, Klassenlehrerin der 3a, bewarb sich und ihre Klasse für das Projekt und hatte Glück. Gestern waren sie also für vier Stunden in der Sporthalle der Hindenburgschule, um den Kindern anhand verschiedener Spiele zu zeigen, wo sie leben und was im Ländle so abgeht. Das Pilotprojekt zeigt zwei Dinge sehr deutlich. Zum einen ist der Bedarf an politischer Bildung bei den Kindern groß und zum anderen interessieren sie sich sehr für die verschiedenen Themen.
Elisabeth Eggert will das Projekt als Anstoß nutzen, die politische Bildung spätestens im kommenden Schuljahr bei ihren Schülern weiter zu vertiefen.
Schüler lernen Baden-Württemberg spielerisch kennen
Badische Zeitung, 01. März 2012
Die Landeszentrale für politische Bildung hatte in der Gündlinger Sporthalle eine Spielwiese aufgebaut / Projekt bereitete viel Spaß.
Von: ca
BREISACH-GÜNDLINGEN. Wer regiert eigentlich Baden-Württemberg, was machen die Parteien, welche Gebirge gibt es und wie heißen die Flüsse, die durch das Bundesland fließen? In der Gündlinger Sporthalle erkundeten die Dritt- und Viertklässler der Gündlinger Grundschule auf der "Spielwiese Baden-Württemberg" neugierig ihre Heimat und beschäftigten sich auch mit politischen Aspekten des Bundeslands.
"Der Aktionstag der Landeszentrale für politische Bildung soll auf spielerische Weise unser Bundesland näher bringen", erklären Saskia Tröndle, Armin Musterle und Moritz Sander, die die Spiellandschaft in der Turnhalle aufgebaut haben. Kreuz und quer reisen sie noch bis Mai durch den Regierungsbezirk Freiburg und laden an 30 Grundschulen zum Entdecken, Kennenlernen und Spielen ein. Bereits im zweiten Jahr ist Tröndle als freie Mitarbeiterin bei der Landeszentrale dabei und organisiert die Erkundungstour durch Baden-Württemberg. "Die Nachfrage ist groß. 180 Schulen haben sich mit 2 bis 3 oder teilweise sogar mit 8 Klassen bei uns beworben", berichtet sie.
Der politische Aktionstag für die Grundschule sei etwas Besonderes, betont auch Moritz Sander. "Ich kenne kein vergleichbares Projekt, das politische Bildung in dieser Form auch in die Grundschule bringt", meint der ehemalige Student für Geschichte, Politik und Soziologie. Ziel sei es, dass gerade Kinder eine erste Idee von der Politik und den Parteien bekommen, und dass sie sich auch mit den geografischen Besonderheiten Baden-Württembergs auseinandersetzen.
Wo wohnen Greif und Hirsch?
"Sie lernen beispielsweise, dass es kein König ist, der im Bundesland die Regeln macht, sondern jemand, der von den Menschen gewählt wird", erklärt Tröndle. "Mich begeistert das Projekt deshalb so, weil es einen Teil zur politischen Teilhabe beiträgt", hebt Armin Musterle hervor, der Geschichte und Englisch studiert.
Zu Beginn puzzelten die knapp 30 Grundschüler in Windeseile Landkarten von Baden-Württemberg zusammen. Danach erkundeten sie in der Turnhalle die "Spielwiese Baden-Württemberg". Furchtlos kletterten die Dritt- und Viertklässler über den Schwarzwald aus Kästen, schwammen den Rhein entlang und kabbelten über die Schwäbische Alb.
Wie heißen die Flüsse, wo liegt welches Gebirge und was grenzt an Baden-Württemberg? "Gar nicht so leicht, alles zuzuordnen", finden Magnus und Benjamin. "Wir haben gedacht, dass Aalen eher im Norden und Schwäbisch Hall südlich davon liegt. Dann haben wir nochmal genau nachgeschaut. Es war genau anders herum", berichten die beiden 10-Jährigen.
Felix musste beispielsweise seinen Geburtsort Lörrach finden. "Das war nicht schwer. Aber jetzt müssen wir herausfinden, wo Greif und Hirsch wohnen", erklärt der 9-Jährige. Die beiden Figuren aus dem Landeswappen haben den Grundschülern verschiedene Aufgaben gestellt, die sie gemeinsam lösen müssen. "Ich glaube, wir schaffen es, alle Fragen zu beantworten. Mal sehen, was der Schatz ist, den wir dann bekommen", ergänzt die 9-jährige Viktoria.
Bevor aber die Frage, wo Greif und Hirsch nun wohnen, geklärt wurde, lernten die Schüler Persönlichkeiten wie Jogi Löw, Winfried Kretschmann und Karl Benz kennen, erfuhren Wissenswertes über den Schwarzwälder Schinken, Spätzle und den Europa-Park.
"Es geht darum, Baden-Württemberg mit all seinen Facetten zu zeigen", fasst Tröndle zusammen und bereitet das nächste Rätselblatt vor, das die Grundschüler in Gruppen bearbeiten müssen, um Greif und Hirsch weiter helfen zu können.
Baden-Württemberg in der Turnhalle
TV Südbaden, 22. Februar 2012
Spielwiese Baden-Württemberg“, so heißt eines der wohl ungewöhnlichsten Grundschulprojekte Deutschlands. Politikunterricht für Grundschüler in der Turnhalle, so lautet das Konzept der Landeszentrale für politische Bildung aus Freiburg. Angeboten wird der Aktionstag für Schulen aus ganz Südbaden. Die Nachfrage ist enorm: dieses Jahr haben sich über 300 Grundschulklassen beworben. 30 davon hatten Glück. Lassen sich Kinder, Schwarzwald und Ministerpräsident wirklich unter ein Sporthallendach bringen?
Hier der Link zum Videobeitrag
Das Ländle bietet mehr als nur Fasnet
Schwarzwälder Bote, 08. Februar 2012
Von: Martin Göker, Schramberg-Tennenbronn.
"Was gibt es Besonderes an Baden-Württemberg? Wie aus der Pistole geschossen kam die Antwort: "Fasnet".Greif und Hirsch waren einen Vormittag lang in der Tennenbronner Schule bei der Klasse 5 und bei der 4a in der Schulturnhalle zu Gast. Zum Aktionstag hatte die Landeszentrale für politische Bildung, Außenstelle Freiburg, aufgerufen. Als Animateure aktiv waren Susanne Hilpert, Armin Musterle und Saskia Tröndle, die bei dieser Institution als freie Mitarbeiter tätig sind.
"Spielwiese Baden-Württemberg", so lautet das Motto, mit dem das Team in der nächsten Zeit 30 Mal durch den Regierungsbezirk Freiburg reist und Schulklassen besucht, die sich beworben, Glück gehabt hatten und zum Zuge gekommen waren.
Im vergangenen Jahr hätten sich über 360 Klassen für einen Besuch des Teams von der Landeszentrale beworben, berichtete Susanne Hilpert. Da aber nur 30 Termine wahrgenommen werden konnten, werde das Thema "Spielwiese Baden-Württemberg" in diesem Jahr noch einmal angeboten, allerdings mit einem teilweise neuen Konzept. Das Team ist also wieder unterwegs, um den Schulkindern das seit 60 Jahren bestehende Land Baden-Württemberg politisch und geografisch nahezubringen.
Der derzeitige baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der Landtag, der Bundestag, der Unterschied zwischen diesen beiden Parlamenten, Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Wahlen, die Demokratie, und wer was "zu bestimmen" hat, das alles kam zur Sprache. Außerdem bauten sich die Kinder unter fachkundiger Anleitung das Land Baden-Württemberg auf. Mit blauen Bändern wurde der Verlauf von Rhein und Donau markiert, mit schwarzen Bändern die Landesgrenze. Ein Stufenbarren und ein Kasten stellten Schwarzwald und Schwäbische Alb dar. Schilder lokalisierten die wichtigsten Städte im Ländle. Natürlich kamen zu guter Letzt auch die beiden Wappentiere des Ländles, der Greif und der Hirsch, zu Ehren, zumal sich Saskia Tröndle und Armin Musterle als solche verkleideten. Die Kinder hatten ihren Spaß.
Schnell waren die Fragen, was es in Baden-Württemberg, von der Fasnet einmal abgesehen, besonderes gibt. "Viele berühmte Leute", wusste ein Tennenbronner Schulkind. An berühmten Persönlichkeiten schließlich genannt wurden Joachim Löw, Carl Benz (man beachte die Reihenfolge), Gottlieb Daimler und Margarethe Steiff. Was es in Baden-Württemberg sonst noch Berühmtes gibt? Auf diese Frage reckten sich ebenfalls die Finger in die Höhe. "Der Europapark Rust, Schwarzwälder Schinken, Spätzle, der Bodensee, und der Feldberg", war zu hören. Auch die Frage, warum Greif und Hirsch zusammen im Landeswappen abgebildet sind, wurde professionell beantwortet: "Weil Baden und Württemberg seit 60 Jahren zusammen sind". Wie im Flug verging der Vormittag mit Hirsch, Greif, baden-württembergischer Spielswiese und dem Team von der Landeszentrale, und Susanne Hilpert betonte: "Die Tennenbronner Kinder sind unglaublich fit".
In einem Satz über den Schwarzwald
Badische Zeitung, 24. Januar 2012
Von: Maximilian Müller
FREIBURG. Wo sonst die Kinder der Karlschule turnen, war gestern eine große begehbare Karte von Baden-Württemberg. Aufgebaut hat diese ein Team der Landeszentrale für politische Bildung in Freiburg: Die Teammitglieder wollen den Grundschülern die Geschichte Baden-Württembergs und seine Eigenheiten beibringen. Turngeräte stellen den Schwarzwald und die Schwäbische Alb dar, eine blaue Matte den Bodensee und bunte Bänder Flüsse und Grenzen des Ländles. Dazwischen wieselt die Klasse 4 von Frau Schütt herum und benennt unter großem Hallo Städte und Gewässer. Die Viertklässler kennen sich wirklich aus in Baden-Württemberg: Neckar, Rhein und Donau erkennen sie auf der Karte sofort und die Himmelsrichtungen wissen sie auch alle. "Wir haben uns ja im Unterricht auf heute vorbreitet und auch schon die Landkarte angeschaut", sagt die Lehrerin Barbara Schütt dazu.
"Im weiteren Verlauf lernen die Kinder auch die Politik in Baden-Württemberg kennen", sagt Susanne Hilpert, die diese Veranstaltung mit zwei Kollegen im Raum Freiburg organisiert. "Wir zeigen den Kindern Bilder von Kretschmann und erklären ihnen, was ein Ministerpräsident macht und in welcher Beziehung er beispielsweise zur Bundeskanzlerin steht." Die Kinder drängen sich danach die Fragen zu Baden-Württemberg zu beantworten und strecken ihre Finger, um aufgerufen zu werden.
Zu Beginn hatten sie die beiden Wappentiere Baden-Württembergs kennengelernt. In einem Film wachen der badische Greif und der württembergische Hirsch morgens auf und wissen nicht mehr, wer sie sind. Die Schüler sollen nun den beiden helfen, sich zurechtzufinden. Eine Schülerin: "Ein komischer Elch, der nicht mehr weiß, wer und wo er ist."
Saskia Tröndle, Susanne Hilpert und Moritz Sander besuchen etwa 30 Grundschulen im Jahr und bringen den Kindern Baden-Württemberg und sein politisches System nahe. Ihnen gefällt es, den Kindern im Grundschulalter etwas beizubringen. "Sie sind in diesem Alter sehr begeisterungsfähig und begreifen die Thematik leicht", sagt Susanne Hilpert. Viele Kinder würden zwar die Namen der Parteien kennen, wüssten aber nicht so recht, was eine Partei macht, erklärt Susanne Hilpert, "Je eher die Kinder sich damit auskennen, umso eher und besser können sie mitreden." Nicht nur die Kinder scheinen an dem außergewöhnlichen Unterrichtstag Spaß zu haben, auch die Veranstalter sind begeistert.
Jahr 2011
Bildungsüberfall: 6-Uhr-Wecken im Namen der Demokratie
Badische Zeitung, 19. Juli 2011
Die Landezentrale für politische Bildung weckte am Montagmorgen Menschen im Freiburger Stadtteil Weingarten, um für Demokratie zu werben. Wir waren dabei.
von: Fabian Vögtle
Unter dem Motto "Wenn der Milchmann zweimal klingelt" haben gestern früh ab sechs Uhr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) Bewohner der Krozinger Straße geweckt. Wer die Tür öffnete, bekam eine Demokratie-Frühstückstüte. Es war der zweite "Bildungsüberfall" der Freiburger Außenstelle der Landeszentrale.
"Die Demokratie braucht aufgeweckte Leute." Mit diesem Spruch überrascht Stefanie Sacherer kurz nach sechs Uhr lächelnd die Bewohner in einem Hochhaus an der Krozinger Straße. In der Hand hält die 21-jährige künftige Politikstudentin eine "Demokratie-leben-Tüte". Neben Milch und einer Brezel steckt darin unter anderem das Grundgesetz. Damit sollen die Menschen im Wahlbezirk mit der geringsten Wahlbeteiligung Freiburgs auf die Grundrechte der Demokratie aufmerksam gemacht werden. Dass Michael Wehner, Leiter der LpB-Außenstelle, und sein 15-köpfiges Team mit ihrer provokativen Aktion gerade in den Grenzbereich der Privatsphäre stoßen, gehört bewusst mit dazu.
Wer dachte, dass die LpB-Mitarbeiter bei ihrer morgendlichen Demokratie-Tour durch die Hochhausflure ein blaues Auge oder eine dicke Lippe von den aus dem Bett geklingelten Bewohnern riskieren, hatte sich getäuscht. Zwar hatten einige ihre Klingel ausgestellt oder blieben einfach liegen. Doch bei knapp der Hälfte der Weingartner öffnete sich die Wohnungstür und nur wenige knallten diese gleich murrend wieder zu. Meist nahmen sie die Frühstückstüte freundlich lächelnd im Schlafanzug entgegen und bedankten sich herzlich. Ein älterer Mann öffnete die Tür mit der Frage "Was gibt’s Neues?" und erklärte, dass er immer aufmache, egal zu welcher Zeit. Schließlich sei er Schlesier und habe schon viel erlebt. Eine Frau bedankte sich: "Ich weiß es zu schätzen, in einer Demokratie zu leben." Und ein junger Familienvater, der sich über den Überraschungsbesuch freute und die Aktion lobte, hatte beim Blick in die Frühstückstüte nur einen Kritikpunkt: "Die Butter fehlt." Zusammen mit Mitarbeiter Felix Steinbrenner kam Michael Wehner, der Freiburger Chef der LpB, auf die Idee zum zweiten Bildungsüberfall. "Das kam nicht einfach aus dem hohlen Bauch heraus", erzählt der Organisator, der für die Aktion mit einem Gesamtbudget von 1000 Euro kalkuliert. Schließlich habe die LpB den Auftrag für politische Breitenbildung. Und gerade deshalb sei es wichtig, nicht nur für bereits politisch Interessierte Angebote zu machen. Sondern auch bisher politikferne Menschen zu animieren, sich einzumischen und wählen zu gehen. "Es wird zwar eine symbolische Aktion bleiben", weiß Wehner, "aber nur so kann man einen Impuls in Gang setzten."
Zum Tag der Deutschen Einheit hatte die LpB 2010 bereits in einer McDonald’s-Filiale auf das Unrecht des DDR-Regimes und die Vorzüge der Demokratie hingewiesen. Und auch für das kommende Jahr ist eine Aktion geplant. "Wir wollen in der Wartezone Supermarktkasse den Zeitraum nutzen und den Leuten beim Eintüten helfen", verrät Wehner schon jetzt.
Bericht über das Planspiel Streik am Gymnasium Schönau
Zum Bericht, 31.03.2011
Von: Sarah, Julia, Clemens, Stephan, Veronika/ 9a Gk
Am 25. Februar besuchten die freien Mitarbeiterinnen der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) Baden-Württemberg, Außenstelle Freiburg Malika Kons M.A, Soziologin und Maria Bockstaller, Studentin der Neueren und Neuesten Geschichte den Gemeinschaftskundeunterricht der 9a des Gymnasium Schönau. Sie versuchten den SchülerInnen das Thema Streik anhand eines Planspiels näherzubringen.
Sie leiteten das Thema mit einer Präsentation ein, in der sie uns zunächst einige Informationen lieferten. Wir unterhielten uns kurz über Schlagwörter, die uns spontan zum Thema Streik einfielen. So kamen wir z.B. auf den Unterschied zwischen einer Demonstration und einem Streik zu sprechen.
In Gruppen eingeteilt beschäftigten wir uns mit unseren Rollen: den Arbeitnehmern der Firma ABC, den Geschäftsführern, der Bild-Zeitung und den Schlichtern der SPD und FDP. In hitzigen Diskussionen versuchten die Arbeitnehmer eine möglichst hohe Lohnerhöhung zu erzielen, während die Arbeitgeber dagegen die Ausgaben möglichst gering halten wollten. Die Presse schlug sich auf Seiten der Arbeitnehmer und den Schlichtern fiel es schwer die aufgebrachten Gemüter zu beruhigen.
Die beiden Frauen gaben uns gerne hilfreiche Ratschläge. Zum Schluss kam es nach zwei langen Verhandlungsrunden trotz großen Zugeständnissen beider Seiten zu keiner Einigung. Eine Lösung ohne Streik scheiterte letztendlich an einem halben Prozent und der Warnstreik wurde ausgerufen.
Die Vertreterinnen konnten uns durch ihr großes Fachwissen und ihre Motivation überzeugen. Sie waren gut auf den Tag vorbereitet und konnten uns die Themen gut näherbringen.
Ein Statement aus der Klasse 9a: Das war ein sehr interessanter Tag, da man solche Verhandlungen sonst nur von außen mitbekommt und gar nicht weiß, was alles dazugehört!
Von der Wahlkampfzentrale bis zur Elefantenrunde
Badische Zeitung, 30.03.2011
Schüler des Wirtschaftsgymnasiums erleben den Wahlkampf hautnah auf Einladung der Landeszentrale für politische Bildung.
OFFENBURG (BZ). 23 Schüler der Klassen 12 und 13 des Wirtschaftsgymnasiums Offenburg hatten am vergangenen Donnerstag die seltene Möglichkeit, hautnah den Wahlkampf zur Landtagswahl aus verschiedensten Perspektiven mitzuerleben. Im Rahmen ihres "Backstage"-Angebotes für das sich die Schüler der Kaufmännischen Schulen beworben hatten, bot die Landeszentrale für politische Bildung ein breitgefächertes Exkursionsprogramm, dass das ganze Spektrum an Elementen, die ein solcher Wahlkampfschlussspurt zu bieten hat, abdeckte.
So nahm sich der Leiter der SPD-Landtagswahlkampagne, Daniel Rousta, sogar in dieser heißen Phase Zeit, um den Schülern die Hintergründe und Vorgehensweise bei einer solchen Aufgabe näher zu bringen und zu erläutern, wie eine solche Kampagne entsteht, von den ersten Ideen bis zur Endphase. Ob und wie diese Mittel verfangen und welche Rolle die Massenmedien bei der Wahlentscheidung spielen, ist laut einer Mitteilung der Schule ein Spezialgebiet von Prof. Frank Brettschneider einem der führenden Experten auf dem Gebiet der Wahlforschung und Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikationswissenschaften an der Universität Hohenheim.
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Neben der Analyse und Bewertung zahlreicher hochinteressanter und zum Teil auch amüsanter Beispiele aus vergangen Wahlkämpfen arbeitete er auch das TV-Duell zwischen Stefan Mappus und Nils Schmid auf und erläuterte, welche Faktoren dazu führen, den einen oder den anderen Kandidaten als Sieger zu sehen und welche Methodik einem Forscher hier zur Verfügung steht. Solchermaßen von aktiven Wahlkämpfern und einem professionellen Beobachter in den die Thematik eingeführt, folgte für die Schüler unter der Leitung von Michael Wehner, dem Leiter der Freiburger Außenstelle der Landeszentrale für politische Bildung und seinen Mitarbeitern Eva Schneider und Sebastian Reinkunz die Möglichkeit, Wahlkampf vor Ort zu erleben und das nicht irgendwo, sondern als Studiozuschauer in der sogenannten "Elefantenrunde" mit allen Spitzenkandidaten der maßgebenden Parteien.Dabei waren die Schüler, die nahezu allesamt Erstwähler sind, nicht nur live Zeuge der letzten großen direkten Auseinandersetzung der Spitzenkandidaten in diesem äußerst spannenden Wahlkampf, sondern sie erhielten auch die Möglichkeit, innerhalb der Sendung selbst ihre Meinung zu äußern, interviewt von SWR-Journalistin Christine Emmerich. Nicht überraschend, dass neben der brisanten Atom-Frage vor allen Dingen das Thema Bildung als dasjenige von den Schülern genannt wurde, dass für sie den entscheidenden Ausschlag geben könnte.
Keine Frage, dieser Tag hinterließ bei den jungen Wählern großen Eindruck, mancher sah sich in seiner Meinung bestätigt, andere kamen doch wieder ins Schwanken aber eines wurde angesichts der regen Diskussion auf der Heimfahrt klar: Das Thema Politik ist entgegen aller Unkenrufe durchaus noch in der Lage, junge Menschen zu erreichen.
Kurzweiliges Pub-Quiz um die Wahl
Badische Zeitung, 24.03.2011
Landeszentrale für politische Bildung organisierte in der Rocca statt Stammtischpolitik ein Polit-Quiz rund um die Landtagswahl.
Von: Helena Kiefer
DENZLINGEN. Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg stehen vor der Tür, und um junge Wähler an die Politik heranzuführen, veranstaltete die Freiburger Außenstelle der Landeszentrale für Politische Bildung (LPB) in Zusammenarbeit mit dem Roccafé ein Pub-Quiz. Doch die Jugend stellte am Montagabend in der Kulturkneipe den kleineren Teil der Quizteilnehmer.
Überwiegend Erwachsene wollten sich dem unterhaltsamen Wettbewerb stellen. Zehn Gruppen – jeweils an eigenen Tischen – kamen zusammen, und ihnen erteilte Mitarbeiter Simon Gmeiner, der den Abend moderierte, auch gleich zum Auftakt eine kreative Aufgabe: Es galt, einen Team-Namen zu finden. "Die Fünf-Prozent-Hürde" erhoffte sich zumindest eine höhere Rate an richtigen Antworten als fünf Prozent, und was sich "Schnapp-den-Mappus" bei der Entscheidung gedacht hatte, bleibt war ein offenes Geheimnis.
Zu bewältigen waren sieben Runden à zehn Fragen, die breitgefächerte Kenntnisse erforderten wie zum Beispiel in der Geografie des Landes Baden-Württemberg, das auch der Bezug zu allen anderen Themenbereichen war. Nach jeder Fragerunde wurden die Antworten eingesammelt und von Sonja Schatton und Karin Kleis sofort ausgewertet.
Großer Protest kam vom Tisch der "BW-ü-50" bei der Bekanntgabe der Punkte. "Wir haben aber einen Punkt mehr, als sie gewertet haben." Grund dafür war eine ungenaue Fragestellung, wie Gmeiner auch einräumte. Den Punkt gab’s trotzdem nicht. Nach den Themenrunden Historisches und Persönlichkeiten war die Mundart an der Reihe, wobei bei der Auswahl auf eine regionale Ausgewogenheit geachtet worden war. "Team-Green" jubelte bei der Auswertung: Sie hatten alle Antworten richtig und auch Begriffe wie "Gugge" (Tüte) , "Pottschamberle" (Nachttopf) oder "ä Neigschmeckte" (Zugezogenen) waren für sie kein Problem. Einige Schüler des Rotteck-Gymnasiums in Freiburg waren mit ihrer Gemeinschaftskundelehrerin gekommen. Für sie war es eher ein "Spaßabend", und Philipp (17) kritisierte: "Es hätte ein bisschen jugendfreundlicher sein können", da die Fragen oft aus Jugendsicht ein bisschen "unfair" und zu schwer waren. Claudius (17) räumte aber ein, dass sein Interesse an der Politik und am eigenen Bundesland geweckt worden sei. Nach einer Schätzrunde mit Fragen, wie zum Beispiel "wie viele Zuchtschweine kommen auf einen Einwohner in Baden-Württemberg?" waren Fragen rund um die bevorstehende Wahl am Sonntag an der Reihe. Fast alle Tische wussten richtig, dass jeder Wähler bei der Landtagswahl nur eine Stimme zur Verfügung hat.Der Abend kam beim Publikum trotz allem gut an: "Der junge Mann hat souverän moderiert und sich nicht von den Herrschaften "BW-ü-50"am Nebentisch kleinkriegen lassen", so ein Mitglied von "Team-Green". Ein weiterer Teilnehmer über das Programm: "Die Mundart war unsere Stärke! Das war eine schöne Mischung der Fragen!"
Und auch die Veranstalter waren zufrieden mit dem Verlauf des Abends: "Wir waren überrascht, dass so viele Gruppen zustande kamen. Und es war, denke ich, für jeden etwas dabei", so Michael Wehner, Leiter der Außenstelle der LPB. Bei einer weiteren Veranstaltung dieser Art in Freiburg waren nämlich nur zwei Gruppen mehr gekommen: "Was ich denn noch dazu sagen wollte: Gehen Sie wählen!"
In einem Satz über den Schwarzwald
Badische Zeitung, 25.02.2011
Beim Aktionstag der Landeszentrale für politische Bildung haben St. Georgener Grundschüler Landeskunde handgreiflich erfahren.
Von: Tina Srowig
ST. GEORGEN. Mucksmäuschenstill ist es in der Turnhalle der Schönbergschule, nur manchmal hört man ein "Hier!", während sich die Grundschüler beim Melden ihre Arme halb verrenken. Sie sollen keine Sportgruppen wählen, sondern erklären: "Wer ist eigentlich Stefan Mappus?" Klar, der Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Einfache Übung für die dreißig Dritt- und Viertklässler, die am Aktionstag "Spielwiese Baden-Württemberg" der Landeszentrale für politische Bildung teilnehmen und spielerisch Land und (wichtige) Leute kennenlernen.
Um die Schüler und Schülerinnen aus der Reserve zu locken, müssen sich die drei Mitarbeiterinnen der Landeszentrale deshalb kniffligere Fragen überlegen – zum Beispiel: "Was macht das Bundesverfassungsgericht?" Nach anfänglichen Überlegungen, ob man da landet, wenn man etwas geklaut hat, kommen die Schüler dann zum Ergebnis, dass dort "so politische Sachen entschieden werden". Auch zur Affäre um die Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg wissen sie einiges zu sagen: nämlich, dass er geschummelt hat, weil er nicht geschrieben hat, wo er seine Informationen her hat. Bela Gärtner (10) findet Guttenbergs Verhalten "unfair", Linda Temmes (10) sagt: "Es ist aber gut, dass er es zugegeben hat." Lukas Vomstein (9) findet, er müsste eine größere Strafe bekommen: "Wenigstens Geld bezahlen." Die Schüler der Schönbergschule sind nicht nur gut informiert, sondern auch "unheimlich begeisterungsfähig", sagt Saskia Tröndle (27) von der Landeszentrale, "deshalb macht es so viel Spaß, mit ihnen zu arbeiten", sagt sie.
Bei Grundschülern ist der Bewegungsdrang besonders groß. "Deshalb sollen die Kinder nicht im Klassenraum sitzen, sondern interaktiv mitmachen", erklärt Christin Hesse (24), die den Aktionstag als freie Mitarbeiterin mit konzipiert hat. Aus diesem Grund hat sie morgens mit ihren Kolleginnen ganz Baden-Württemberg in der Turnhalle nachgebaut: Ein blaues Band markiert die Landesgrenzen; der Schwarzwald (ein Turnkasten) und die Schwäbische Alb (ein Barren mit großem Tuch drüber) ragen in der Mitte heraus. Im ersten Spiel benennen die Kinder die Orte und Flüsse und "reisen" dann hin. Am kürzesten ist der Weg in die Landeshauptstadt Stuttgart mit einem beherzten Sprung über den Schwarzwald. Bei den Touren können die Kinder Punkte sammeln. "Das ist mal was anderes als im Unterricht", sagt Yannick Bantel (9).
Nicht nur die Kinder und Lehrer der Schönbergschule finden den Aktionstag der Landeszentrale gut: Mehr als 360 Klassen im Regierungsbezirk Freiburg haben sich für das Projekt beworben, dabei war es ursprünglich nur für zehn Schulen geplant. "Erst haben wir gebibbert, ob das überhaupt Anklang findet", sagt Christin Hesse. "Aufgrund der großen Nachfrage haben wir es jetzt auf 30 Schulen aufgestockt", sagt Michael Wehner, Leiter der Außenstelle Freiburg der Landeszentrale für politische Bildung. Die Schönbergschule hatte Losglück. "Ursprünglich wollten drei ganze Klassen mitmachen," sagt Roswitha Hannig-Stark, Klassenlehrerin der 4 a, "aber so mussten wir eine Auswahl aus den Klassen treffen."
Die Schule, die am Ende die meisten Punkte gesammelt hat, darf (ohne Kastensprung) ins echte Stuttgart fahren und dort Landtag und Zoo besichtigen. Doch so hartnäckig Arvid Oettlin (9) und andere auch nachfragen: Christin Hesse verrät nicht, wo die Truppe im bisherigen Ranking liegt. Erst Ende April wird mitgeteilt, ob die St. Georgener den Titel "Südbadische Politikmeister" tragen dürfen.
Der Landesvater isst wohl gerne gut
Südkurier, 23.02.2011
Kindgerechte Einführung in die Landeskunde: Was macht eigentlich Ministerpräsident Stefan Mappus den ganzen Tag?
Furtwangen (hei) Eine kindgerechte Einführung in die Landeskunde: Ein Aktionstag der Landeszentrale für politische Bildung sollte Schülern der dritten Klasse der Anne-Frank-Grundschule auf spielerische Art und Weise die Besonderheiten unseres Bundeslandes nahe bringen. Mit diesem Pilotprojekt soll belegt werden: Politische Bildung in der Grundschule ist möglich.
Dazu war ein Team der Außenstelle Freiburg nach Furtwangen gekommen und hatte in der Sporthalle die „Spielwiese Baden-Württemberg“ ausgebreitet. Einen Vormittag lang reisten die Schüler mit der Landeszentrale durch die Vielfalt Baden-Württembergs und lernten wichtige Städte, Landschaften und politische Persönlichkeiten kennen. Zuerst mussten sie in der Halle, die zu einer großen Karte des Landes geworden war, die Lage verschiedener Städte finden. Mit verschiedenen Spielen wurde ihnen so das Land Baden-Württemberg näher gebracht. Dabei verstanden es die Betreuer aus Freiburg, in diese vor allem zuerst einmal geographischen Informationen auch erste Informationen über die Politik einzubauen. Was ist ein Ministerpräsident? Wer ist Bundeskanzler? Wo ist ihr jeweiliger Dienstsitz? Und offensichtlich machen sich die Kinder auch schon ihre Gedanken über die Politiker und ihre Arbeit: Was macht Ministerpräsident Mappus den ganzen Tag in seinem Büro? Macht er vielleicht Computerspiele? Auf jeden Fall, da waren sich alle einig, isst er gerne. Und auch dass die CDU schwarz ist und die SPD am Sonntag in Hamburg gewonnen hat, all dies konnten die Kinder in die Gespräche einbringen.
Und dann gab es wieder Spiele, beispielsweise einen Staffellauf durch das Land, wo „Schätze“ gesucht werden mussten. Oder in einem Quiz musste der Bodensee auf der Karte eingezeichnet werden oder man musste Bilder zuordnen, wo das Freiburger Münster oder das Bundesverfassungsgericht beheimatet sind. Dieses Angebot kommt im Übrigen bei den Schulen offensichtlich sehr gut an: geplant waren zehn solcher Veranstaltungen, im Frühjahr wurde dies nun auf 30 Schulbesuche erweitert, wofür sich 360 Schulen bewarben.
Unterwegs im "Ländle"
Badische Zeitung, 19. Februar, 2011
Drittklässler der Abt-Steyrer-Schule St. Peter beteiligten sich am Projekt "Spielwiese".
VON: Joanna Sykora
ST. PETER. Am Donnerstag durften Schüler der Abt-Steyrer-Schule St. Peter das "Ländle" in ihrer Turnhalle aktiv erkunden und bekamen zudem einen ersten Einblick in die Politik ihres Bundeslandes. Die Aktion "Spielwiese" ist ein von der Landeszentrale für politische Bildung in Baden-Württemberg ins Leben gerufenes Projekt, welches aufgrund der großen Nachfrage von über 360 Klassen nun in 30 anstatt in den zehn geplanten Schulen im Regierungsbezirk Freiburg angeboten wird. Die Drittklässler hatten Glück: Aus den vielen interessierten Klassen wurden sie per Losverfahren ausgewählt.
In der Sporthalle neben der Schule verlaufen allerlei merkwürdige blaue Linien, dort sind ein paar Turnkisten aufgestapelt und es liegt eine blaue Turnmatte herum. Doch diese Geräte sind nicht etwa wahllos angeordnet, nein, sie bilden zusammen eine große, dreidimensionale Karte von Baden-Württemberg. Das haben die drei freien Mitarbeiter der Landeszentrale für politische Bildung gemeinsam mit den 21 Drittklässlern aufgebaut. Nun suchen sie den richtigen Platz für verschiedene Städte, Flüsse oder Gebirge. Moritz Sander, der in Freiburg Politik und Geschichte studiert, hält ein Plakat mit dem gesuchten Namen in die Luft, die Schüler haben kurz Zeit, sich auf einer Landkarte zu orientieren und schicken dann einen Läufer dorthin, wo sie meinen, dass sich der gesuchte Ort befindet. Moritz Kolleginnen Saskia Tröndle und Susanne Hilpert, die ihr Politikstudium in Freiburg beide abgeschlossen haben, entscheiden dann, welches der Kinder richtig steht und verteilen dafür Punkte.
Zuvor haben die Kinder gelernt, wie man überhaupt eine Landkarte liest, wo welche Himmelsrichtung ist, was blau, was braun oder was grün auf einer Karte zu sehen ist. Gemeinsam haben sie dann ein aus verschiedenen Puzzleteilen Baden-Württemberg zusammengelegt. Diese Karte dient ihnen jetzt zur Orientierung, wenn sie ihr Wissen in die große "3-D-Karte" einbringen dürfen und diese so nach und nach beschriften. Und wenn es mal nicht so klappt, helfen Saskia, Susanne oder Moritz mit.
Als alle wichtigen Punkt gefunden sind, wird der Zwischenpunktestand der vier nach den Regierungsbezirken in Baden-Württemberg benannten Gruppen zusammengezählt. Nach einer kleinen Pause versammeln sich alle um die große, gepuzzelte Karte. Dort sieht man neben den Flüssen und Bergen auch noch dicke, braune Linien, die die vier Regierungsbezirke einteilen. Natürlich wollen die Kinder gleich wissen, was denn diese Linien bedeuten, und so werden sie nun das erste Mal ein bisschen in die Politik ihres Bundeslandes eingeweiht.
"Wo wird denn die Politik für Baden-Württemberg gemacht?", fragt Saskia. Viele Finger gehen gleich in die Höhe, die Schüler wollen eifrig ihr Wissen einbringen. "Berlin!", ist der erste Vorschlag, aber daraufhin fragt Saskia, ob man denn Berlin auf der Karte sehen könne. Da das natürlich nicht der Fall ist, ist der nächste Vorschlag Stuttgart, die Landeshauptstadt, wie die Kinder schon gelernt haben. Und so erklären ihnen Saskia, Susanne und Moritz sehr verständlich, wie das mit der Politik und den Regierungsbezirken in Baden-Württemberg funktioniert.
"Ist denn jetzt alles schon vorbei?", fragt ein Kind bedrückt. Auf die Antwort, dass gleich noch viele andere Spiele folgen, ruft es begeistert: "Jaaa!" Und dann geht es auch schon los, die Kinder machen mit den drei Betreuern einen Spaziergang durch Baden-Württemberg, klettern auf den Schwarzwald, kriechen durch die Höhlen der Schwäbischen Alb, schwimmen den Rhein entlang und baden schließlich im Bodensee.
"Durch die viele Bewegung wird das Wissen vielfältig Verknüpft", bemerkt die Klassenlehrerin Anette Schmidt-Schütz. Das Programm sei ein schönes Wechselspiel zwischen Wissensinput, spielerischer Aufarbeitung, Bewegung und Ruhepausen, erklärt sie. Auch Saskia, Susanne und Moritz, die das ursprünglich von einer anderen Praktikantin entwickelte Programm noch mal überarbeitet und verfeinert haben, finden, dass der Spaßfaktor eine wichtige Rolle spielt. So wollen sie den Kindern spielerisch geografische Grundlagen übermitteln und ihnen eine erste Berührung mit Politik ermöglichen. Dass sie dabei auch erfolgreich sind, das zeigt ihnen die Begeisterung der Kinder. Und auch Schulleiterin Theresa Respondek ist froh, dass ihre Schule für dieses Projekt ausgelost wurde.
"Deine Reise geht auf die Schwäbische Alb. Balanciere dafür über die Bank bis zur Donau und finde in den Höhlen der Schwäbischen Alb einen Schatz", lautet die nächste Aufgabe für die Kinder. Jede Gruppe bekommt jetzt verschiedene Reisebeschreibungen, an deren Ende sich ein Schatz befindet, der neue Punkte bringt. Er besteht meistens aus Bildern von Politikern, wichtigen Gebäuden oder anderen Dingen aus der Kultur, Politik und Wirtschaft Baden-Württembergs. "Das macht Spaß, weil man da viel rennen muss", freut sich ein Schüler. Wenn alle Schätze gefunden sind, setzen sich die Kinder erneut um ihre gepuzzelte Karte und ordnen die Schätze richtig zu. Noch ein weiteres Spiel und ein kleines Quiz stehen auf dem Programm, den ganzen Vormittag beschäftigen sich die Schüler mit ihrem Bundesland. Die Klassenlehrerin ist begeistert über diese "totale Bereicherung" für ihren Unterricht, sie werde das Gelernte auf jeden Fall aufgreifen und weiter bearbeiten, damit auch nichts verloren gehe, sagt sie.
Ob es für die Schüler der Abt-Steyrer-Schule am Ende auch für den Titel "Südbadischer Politikmeister" reicht, wird sich zeigen. Wenn alle 30 Klassen besucht sind, wird jeweils der gesamte Klassenpunktestand zusammengezählt, den Gewinnern winkt ein Besuch im Landtag Stuttgart und in der Wilhelma. Doch daran denken die Kinder noch lange nicht, erst einmal müssen die anderen Gruppen besiegt und Baden-Württemberg auch von ihnen mit viel Spaß und Begeisterung erkundet werden.
Und in der Schweiz, da schneit‘s
Schwarzwälder Bote, 3.2.2011
Von: Franz-J. Filipp
Grundschüler und Politikverständnis – in dem Alter? Mit dem Pilotprojekt "Spielwiese Baden-Württemberg" möchte die Landeszentrale für politische Bildung die Machbarkeit belegen.Gestern erfolgte der Start in Hüfingen. Die landesweit zehn Aktionstage bis zum 20. April sind zugleich Wettkampftage: Alle Schulen, die sich beteiligen, treten gegeneinander an und erhalten Punkte. Dem "südbadischen Politikmeister" winkt ein Ausflug in den Landtag und in die Wilhelma.
Ziel sei es, auf spielerische Art Grundschülern bereits das Bundesland näher zu bringen, erklärte Susanne Hilpert, die neben Moritz Sander und Saskia Tröndle im Team der Freiburger Außenstelle die dritten und vierten Klassen der Lucian-Reich-Schule betreute. Griffige Formulierungen sollen dabei den Kindern helfen, komplexe Vorgänge zu verstehen oder Erlerntes zu festigen. Etwa: "Im Sommer regnet‘s, im Winter schneit‘s: die Schweiz". Einen Vormittag lang reisten so die Schüler an den fünf Spielstationen in der Turnhalle gedanklich durchs Land, um Städte und politische Persönlichkeiten genauer zu betrachten, immer einen Spruch parat. In Gesprächen wurde deutlich gemacht, wie Wahlen und der Landtag funktionieren.
Bei der Landeszentrale initiiert hatte die Idee Christina Hesse. "Wir wurden von Anfragen regelrecht überrollt", schildert ihr "Chef" Michael Wehner, Leiter der Außenstelle Freiburg der Landeszentrale. Immerhin 362 Schulklassen hatten sich seit Herbst beworben. Die Auswahl von Teilnehmern musste deshalb von zehn auf 30 erweitert werden. Für Wehner bietet das Spiel durchaus Impulse auch für die Betreuung an Ganztagsschulen. "Kinder können dadurch ihr eigenes Weltbild finden", sieht er für diese relativ junge Altersgruppe Möglichkeiten, sich früh in gesellschaftliche Prozesse hineindenken zu können. Einen Vorläufer gab es mit der Stadtrally in Freiburg, die habe große Resonanz gefunden.
Spielerisch das Land entdeckt
Schwarzwälder Bote, 22.01.2011
Von: Brigitte Frank-Gauckler
Furtwangen. Hat Baden-Württemberg die Form eines Schnitzels? Besonderheiten des Bundeslandes erfuhren 19 Schülerinnen und Schüler der Klasse 3a der Anne-Frank-Grundschule.
Die Landeszentrale für politische Bildung rollte am gestrigen Vormittag in der Ilbenturnhalle eine landeskundliche Spielwiese aus.
Für die Aktionstage im Regierungsbezirk Freiburg waren höhere Grundschulklassen angesprochen. 360 Schulen bewarben sich für einen der 30 Plätze, einen ergatterte die Anne-Frank-Grundschule durch Losglück.
Ausgangspunkt ist die Idee, Kinder früher an politische Erziehung heranzuführen. Einen Vormittag lang reisten sie durch die Vielfalt Baden-Württembergs. Das Land war in der Ilbenturnhalle aufgebaut, der Kasten bildete den Schwarzwald, der Barren die Schwäbische Alb.
Städte, Flüsse und Landesgrenzen waren ebenso zugeordnet wie die Himmelsrichtungen. Spielerisch und mit sportlichen Herausforderungen lernten sie Städte, Landschaften und politische Persönlichkeiten kennen. Sie puzzelten Landesteile und fügten sie zum Ganzen zusammen, dabei galt es auch, die angrenzenden Länder zu bestimmten. Dabei bildeten sich vier Gruppen, die gegeneinander wetteiferten und fleißig Punkte sammelten. Spielerisch mussten Städte und Flüsse räumlich zugeordnet werden. Bei einer Schatzsuche entdeckten sie Landeswappen und Fahne und erfuhren etwas über die Bedeutung dessen Farben.
Vorbereitet hatten die dreistündige spielerische Lerneinheit Susanne, Saskia und Christin im Auftrag der Landeszentrale, sie führten das Programm locker und begeisternd durch, gingen dabei flexibel auf Bedürfnisse und Vorkenntnisse ein. Geografie ist Teil des Lehrplans, ausgehend von der Heimatstadt übers Bundesland bis hin zur europäischen Ebene, so Klassenlehrerin Gabriele Herb. Dazu gehöre Kartenlesen, Symbole erkennen, Grenzen, Berge und Flüsse zu kennen. Herb konnte als "stille Beobachterin" die Stärken und Schwächen ihrer Schützlinge genauer studieren und war von manchem Kind überrascht.
"Dieses Angebot passt hervorragend in unser sport- und bewegungserzieherisches Profil", so Rektorin Margot Müller. Die Mischung aus Wissen abfragen, vermitteln und die Umsetzung in Bewegung begeisterte die Kinder, sie waren mit Feuereifer dabei.
Die Punkte aller vier Gruppen werden am Ende zusammengezählt. Die Klasse mit der höchsten Punktzahl wird Politikmeister und reist nach Stuttgart mit Besuch von Landtag und Wilhelma - das entscheidet sich jedoch erst nach Ostern.
Jahr 2010
Kuriose Aktion bei McDonald's: Von Bürgern und Burgern
Badische Zeitung, 4. Oktober 2010
Kuriose Aktion der Landeszentrale für politische Bildung zur deutschen Einheit bringt Gäste einer McDonald’s-Filiale durcheinander.
Von: Martin Küper
Mit leutseligem Blick grüßt DDR-Staatschef Erich Honecker die eintretenden Gäste von einem Plakat herab, der Restaurantbereich liegt unter den wachsamen Augen seines Vorgängers Walter Ulbricht: Eine politische Aktion der besonderen Art erwartete die hungrigen Besucher der McDonald’s-Filiale an der Tullastraße am gestrigen Tag der deutschen Einheit.
"Wir wollen die Menschen auf das Unrecht des DDR-Regimes und die Vorzüge unserer freiheitlichen Grundordnung hinweisen", erläuterte Michael Wehner die provokante Aktion, die mit der Geschäftsleitung der Burgerkette abgesprochen war. Wehner leitet die Freiburger Außenstelle der baden-württembergischen Landeszentrale für politische Bildung (LpB), deren Team für die Aktion verantwortlich zeichnete. "McDonald’s steht dabei für den Gegensatz von Kapitalismus und Planwirtschaft, aber auch für die inneren Widersprüche des Kapitalismus’", erklärte Wehner die ungewöhnliche Ortswahl.
Diese Assoziationen wollte sich das Team der LpB zunutze machen. Verkleidet als McDonald’s-Angestellte konfrontierten sie die Gäste mit dem Unerwarteten. So zum Beispiel im Drive In, wo sich der falsche Angestellte Armin Musterle aufgestellt hatte. Unter dem Vorwand, die Sprechanlage sei ausgefallen, sollten die Gäste ihre Bestellung ins Walkie-Talkie sprechen. "Hamm wa nich", kam daraufhin in echter DDR-Manier zurück. Doch bevor es zu ungemütlichen Reaktionen kam, löste Armin Musterle die rätselhafte Situation auf, erklärte den Überraschten, dass Mangelwirtschaft in der DDR an der Tagesordnung gewesen sei, und entließ sie mit einem Exemplar des Grundgesetzes und anderem Material der Landeszentrale an den echten Bestellschalter.
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Einige Irritation verursachte auch Christin Hesse. Sie postierte sich mit samtenem Absperrband vor der Tür zum Außenbereich und erklärte den verdutzten Besuchern mit ihren vollen Tabletts: "Dieser Bereich ist für Parteimitglieder reserviert." Als Stasispitzel betätigten sich derweil Stefan Lang und Cornelia Deneke: Heimlich machten sie Notizen über einzelne Besucher und schossen Fotos von den Nichtsahnenden. Anschließend konfrontierten sie die vermeintlichen Opfer mit dem "belastenden Material". "Schockiert und beeindruckt" zeigte sich etwa Monika Zimmermann, die sich mit ihrer Enkelin und ihren Burgern völlig unbeobachtet wähnte.
Beeindruckt war auch der 25-jährige Stefan Schlachter, der in die Mc-Drive-Falle getappt war: "Ich find’s eine gute Aktion, im Alltag macht man sich über die DDR ja keine Gedanken mehr. Heute Abend im Fernsehen schaue ich mal, was zu dem Thema kommt."
Doch so mustergültig reagierte nicht jeder auf die Provokationen. Echte Aggressionen blieben zwar aus, genervtes Kopfschütteln oder Desinteresse gab es indes häufiger. Insgesamt aber waren die Veranstalter zufrieden: "Ich bin überrascht, wie wenig Ablehnung es gab", sagte Michael Wehner, "und schließlich sind auch die kritischen Meinungen für uns positiv."
Bildungsüberfall im McDonald's-Restaurant
Stuttgarter Nachrichten, 24. September 2010
In einer Freiburger Fast-Food-Filiale wird am Tag der Deutschen Einheit an den DDR-Unrechtsstaat erinnert
VON JAN SELLNER
FREIBURG. Politik - abgehoben und dröge? In der Tat hat man oft schwer daran zu kauen, was einem aus Berlin oder Stuttgart aufgetischt wird. Bei vielen Bürgern ist ein hoher Sättigungsgrad erreicht, auch Politikverdrossenheit genannt - mit der Folge, dass man nicht mehr zu schätzen weiß, was man an der Demokratie hat.
Die kreative Außenstelle der Landeszentrale für politische Bildung in Freiburg arbeitet an Gegenmitteln. Eines heißt "Bildungsüberfall". Anlässlich des 20. Jahrestags der deutschen Einheit am 3. Oktober will die Bildungseinrichtung bei Kunden eines Fast-Food-Restaurants "Momente der Irritation" auslösen. Schauplatz wird die McDonald's-Filiale in der Freiburger Tullastraße sein.
"Mit Vorträgen erreichen wir nur diejenigen, die sich ohnehin interessieren", erklärt Felix Steinbrenner von der Landeszentrale. Wenn man auch andere Teile der Bevölkerung ansprechen wolle, müsse man sich unters Volk begeben. Am besten dorthin, wo eine breite soziale Streuung anzutreffen ist - wie bei McDonald's. Dass die Wahl auf McDonald's fiel, hat auch damit zu tun, dass die Fast-Food-Kette als "Symbol des Westens" gilt. Aus Sicht der Landeszentrale ein idealer Platz, um über die DDR und die Einschränkung persönlicher Freiheiten während der SED-Diktatur nachzudenken. Das sieht auch Geschäftsführer Roman Felbinger so. Deshalb soll in seine Filiale am 3. Oktober der Geist des Unrechtsstaats einziehen. Konkret heißt das: Am McDrive-Schalter wird eine Grenzkontrolle inszeniert, Platzanweiser dirigieren die Kunden, Bürger werden beim Burger-Kauf abgehört, und auf den Tischen sollen Mauerstücke stehen. Ein Experiment mit ungewissem Ausgang. "Wir sind uns bewusst, dass dieser bundesweit erstmalige Versuch auch scheitern kann" , sagt Steinbrenner. Immerhin ist er zeitlich begrenzt. Dass McDonald's künftig einen McPol serviert, ist nur ein Gerücht.
Finger am Abzug
Badische Zeitung, 15. Juni 2010
Der Praxistest: Lehrer spielen Killerspiele
Wie fühlt sich an, virtuell zu töten? Was fasziniert Jugendliche an Ballerspielen? Pädagogen haben es bei einer Fortbildung in Freiburg ausprobiert – damit sie mitreden können.
Von: Arne Bensiek
Martina Fischbach und Mechthild Regner haben sich zu einem Killerkommando zusammengetan. Eine bedient die Bewegungstasten W, A, S und D, die andere hat ihre Finger auf der Maus – dem Abzug der Maschinenpistole. Gemeinsam bahnen sich die Lehrerinnen den Weg durch ein Labyrinth. Eine schießt wahllos, die andere läuft unkontrolliert gegen Betonmauern. "Wo ist der Feind?", ruft Martina Fischbach. Ihre Kollegin schießt. "Halt! Nicht auf die eigenen Leute." Zu spät. Der Kamerad überlebt die Verwechslung nicht. Schon knallt es wieder. Blut spritzt. "Jetzt sind wir schon wieder tot." Zum zehntem Mal.
Bis die Realschullehrerinnen aus Oberndorf am Neckar wieder lebendig sind, vergeht eine halbe Minute. "Ich kann schon verstehen, dass man in diesen Pausen aggressiv wird", witzelt Mechthild Regner. Jetzt, da sie selbst geballert habe, würden die Schüler sie sicher ernster nehmen, wenn sie mit ihnen über die Gefahren von Killerspielen reden wird. Das hofft sie zumindest.
Fortbildung "Killerspiele und Amoklauf"
Genau wie die anderen 30 Lehrer, die an der Fortbildung "Killerspiele und Amoklauf" der Landeszentrale für politische Bildung teilnehmen. An diesem Abend in Buchenbach bei Freiburg spielen viele der Pädagogen nicht nur zum ersten Mal ein Killerspiel; die meisten sehen überhaupt zum ersten Mal, was ein sogenannter Ego-Shooter ist. Sie haben bisher die Augen vor dem verschlossen, was viele ihrer Schüler täglich oft stundenlang vor den Computer zieht. Am Nachmittag hat Experte Tilo Fierravanti vom Haus der Jugend in Freiburg den Lehrern schon einmal die zehn beliebtesten Killerspiele vorgestellt. Damit sie mitreden können.
Vor dem abendlichen Selbstversuch im digitalen Töten kommt Landesinnenminister Heribert Rech (CDU) zu Besuch und spricht eine Stunde lang über seine klare Haltung für ein Verbot von Killerspielen. Mit ruhiger Stimme berichtet Rech, Schieß- und Tötungstraining am Computer seien bei Amokläufen oft Teil der Phase vor der Tat. Die Täter hätten meist Spiele wie Counter Strike "inhaliert, möchte ich sagen, wenn man sich die Zeitspannen anschaut." Immer wieder schlägt der Politiker eine Brücke vom Amoklauf in Winnenden zur Verherrlichung von Gewalt in Computerspielen.
Ein Verbot löst das Problem nicht
Problematisch sei, so Rech, dass Online-Spiele nicht zu überwachen seien. Das Internet sei als internationaler Raum rechtlich schwer greifbar, daher bringe es nichts, wenn ein Land mit einem Verbot von Killerspielen einen Alleingang unternehme. "Wie wollen wir Kinder vor Killerspielen schützen, wenn in den USA gleichzeitig die Armee mit einem bei Kindern beliebten Online-Killerspiel den Nachwuchs rekrutiert?", gibt Rech zu bedenken. "Ein Verbot von Killerspielen löst nicht das Problem, aber es ist ein Signal", lautet Rechs Botschaft an die Lehrer, die ihm in der Diskussion ausnahmslos zustimmen. Später sagt Rech: "Das war heute ein leichter Auftritt, 30 Leute von der Piratenpartei wären schlimmer gewesen."
Im Pavillon der Fortbildungsstätte ist eine kleine Spielhölle eingerichtet. Das Licht ist gedimmt. An einem der elf Bildschirme gibt sich Lehrer Michael Quast von der Hauptschule Schönau der Niedertracht hin, wie er es nennt. "Wenn man das lange spielt, kriegt man ja einen grauen Star", sagt der Lehrer, der schon graues Haar hat. Nach zehn Minuten Ego-Shooter habe er bei sich ein leichtes, angespanntes Kribbeln gespürt, beteuert Quast. Demnächst werde er sich bei seinen Schülern mal erkundigen, wer von ihnen solche Spiele spielt.
Vor einem anderen Bildschirme sitzt Tilo Fierravanti umringt von einer Gruppe Lehrern. Er berichtet aus der Welt der Ego-Shooter. Es gebe viele professionelle Ligen im Internet. "Damit die Leute in der obersten Liga mithalten können, müssen sie vier bis fünf Stunden am Tag trainieren", erzählt Fierravanti.
Eine Lehrerin schüttelt fassungslos den Kopf. Die Reaktion wirkt wie eine Mischung aus Abschätzigkeit und Verachtung. Kersti Stratz, die seit Jahren als Lehrerin und Schulsozialarbeiterin arbeitet, sagt, sie schüttle den Kopf über sich selbst. "Wenn ich so etwas höre, stelle ich mir sofort die Frage nach dem Sinn", erklärt sie. "Das hindert mich aber daran, mich in diese Spielwelt hineinzufühlen und die Gedanken der jugendlichen Spieler nachzuempfinden."
Mit Ego-Shooter-Spielern reden
Dabei sei es Aufgabe der Pädagogen sich auch auf solche Sachen einzulassen, auch wenn sie sich beim Spielen gerade wie in einen Kriegsfilm hineinversetzt fühle. Mit Selbstkritik spart Kersti Stratz nicht: "Wir waren die faulen Ärsche in den letzten fünf bis sieben Jahren und haben nun das Ruder nicht mehr in der Hand." Nun die moralische Keule zu schwingen und auf die Jugend draufzuhauen, bringe Lehrer und Eltern um die Chance eines ernsthaften Dialogs mit den jungen Ego-Shooter-Spielern.
Martina Fischbach und Mechthild Regner haben ihr Killerkommando aufgelöst. Die Lehrerinnen haben sich von ihren zehn Toden nicht die Laune verderben lassen. Es hat ja auch nicht wehgetan. Am nächsten Tag gehen sie zum Paintballspielen. "Wenn ich schon hier bin, dann werde ich da auch eine Runde mitmachen", sagt Martina Fischbach. Dabei könnte es dann blaue Flecke geben und wehtun, wenn die anderen Lehrer auf sie schießen. "Mit meinen Schülern würde ich das natürlich nie machen."
S-Bahn-Gespräche über das Grundgesetz
Badische Zeitung, 1. Juni 2010
Die Landeszentrale für politische Bildung sprach mit BSB-Fahrgästen über das Grundgesetz.
ELZTAL. Ein besonderes Geburtstagskind ist im Mai 61 Jahre alt geworden: Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Um die Öffentlichkeit auf den Ehrentag der deutschen Verfassung aufmerksam zu machen, diskutierten dieser Tage Mitarbeiter der Landeszentrale für politische Bildung mit Reisenden der Breisgau S-Bahn.
In den letzten Jahren feierte die Landeszentrale für politische Bildung den Geburtstag des Grundgesetzes an öffentlichen Plätzen, zum Beispiel dem Freiburger Rathausplatz. Dieses Jahr entschied sich Michael Wehner (Winden), der Referatsleiter der Freiburger Außenstelle der Landeszentrale, zu einer etwas anderen Aktion. Zwar gab es wieder einen Infostand in der Freiburger Innenstadt, doch erstmals informierten Mitarbeiter der Landeszentrale Reisende der Breisgau S-Bahn über die deutsche Verfassung.
"Ziel ist es, den Geburtstag des Grundgesetzes in die Öffentlichkeit zu tragen. Wir wollen mit Menschen in Kontakt treten, die der Politik normalerweise distanziert gegenüberstehen", erklärt Wehner die ungewöhnliche Aktion. Zwei Teams mit jeweils drei freien Mitarbeitern der Landeszentrale waren dazu in den Zügen der Breisgau S-Bahn unterwegs. Ein Team pendelte zwischen Freiburg und Breisach, das andere zwischen Freiburg und Elzach. Insgesamt sechs Stunden informierten sie über das Geburtstagskind. Einer von ihnen war Moritz Sander. Gemeinsam mit seinen Kollegen verteilte er Grundgesetze an die Reisenden. "Zuerst verschenken wir etwas, dann sind die Menschen nicht so genervt", sagte Sander, eigentlich Student aus Freiburg.
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Wer wollte, erhielt neben dem Grundgesetz auch Informationsbroschüren über die deutsche Verfassung. Durch das Quiz, das die Mitarbeiter der Landezentrale verteilt haben, hat Monika Schätzle viel Neues über das Grundgesetz gelernt. Sie findet die Aktion gut. "Man hält die Rechte für selbstverständlich, aber man sieht nicht, wie viel Arbeit dahinter-steckt", meinte die gebürtige Deutsche, die mittlerweile in der Schweiz lebt.
Auch Holger Präuer hat sich über die Arbeit der Landeszentrale gefreut. "Das Grundgesetz ist zu sehr in Vergessenheit geraten." Für ihn sei das Grundgesetz sehr wichtig, da er bei seiner Arbeit mit Demenzkranken deren Grundrechte wahren müsse. Melina Stenzel, 18 Jahre, kannte das Grundgesetz bisher nur aus der Schule. "Grundrechte gehen jeden etwas an. Deswegen finde ich die Aktion gut", sagte sie. Aber nicht jeder beurteilte die deutsche Verfassung positiv. Eine Frau meinte: "Das Grundgesetz ist Volksverdummung und Papierverschwendung." Dass erregte deutlichen Unmut bei einer aus Sri Lanka stammenden und in Freiburg lebenden Mitfahrerin: Wenn man je eine Diktatur kennengelernt habe, bemerke man erst deutlich genug, wie bemerkenswert die im Grundgesetz festgeschriebenen Grundrechte seien.
